Motorentechnik
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Dieser Artikel darf mit freundlicher Genehmigung von Harald Huppert gezeigt werden.
Welche Komponenten
sind für die Leistung eines Motors verantwortlich?

Hubraum(Anzahl der Zylinder, Bohrung, Hub) Unter Hubraum versteht man das Volumen, das bei
einem Motor durch den Hub der Kolben insgesamt verdrängt wird. Der Hubraum wird
in Kubikzentimetern oder Litern angegeben.

Der Einzelhubraum wird berechnet wie das
Volumen des Zylinders. Hier wird allerdings für die Zylinderhöhe s angenommen,
der Abstand zwischen dem oberen und dem unteren Totpunkt. Es handelt sich also
um einen gedachten Zylinder zwischen den beiden Kolbenstellungen. Der Hubraum
ist also ausschließlich vom Zylinderdurchmesser und der Kröpfung der Kurbelwelle
abhängig.
Berechnung:
d² . π Vz
= ------------- . s (für einen Zylinder) 4
Vg
= Vz . 2 (Gesamthubraum)
Beispiel: Bohrung = 80mm, Hub = 64mm
80² . 3,14 Vz
= --------------- .64 = 321,5ccm 4
Vg
= 321,5 . 2 = 643 ccm
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Zylinderkopf (Ein- und Auslasskanal, Ein- und Auslassventil, Brennraum,
Verdichtung ect.)
Aufgabe: Der Zylinderkopf
zählt zu den kompliziertesten Gussteilen am Motor. Ein- und Auslasskanäle, Hohlräume
für die Motorsteuerung, das Kühlsystem und Bohrungen für das Schmiersystem und
der obere Teil des Brennraumes müssen in einem Bauteil vereinigt werden. Dieses
muss zusätzlich eine gute Wärmeleitfähigkeit, Formstabilität und eine geringe
Wärmedehnung haben. Bei luftgekühlten Motoren sorgt er auch noch für die nötige
Spannung des Zylinders im Kurbelgehäuse.

In der Regel ist ein
Zylinderkopf aus einer Aluminiumlegierung hergestellt, und dichtet den
Brennraum nach oben ab. Hier entsteht während des Verbrennungsprozesses die
meiste Wärme. Diese muss über die Kühlrippen abgeführt werden. Ein Zylinderkopf
– Werkstoff soll große Formsteifigkeit, gute Wärmeleitfähigkeit und geringe
Wärmedehnung haben. Bis auf die geringe Wärmedehnung erfüllt Aluminium diese
Forderungen weitgehend. Bei Überhitzung (z.B.
durch Ausfall des Gebläses) kann sich der Zylinderkopf verziehen und undicht
werden. Der Zylinderkopf muß
durch ein gutes Fließverhalten der Gase in den Kanälen, Ventilen und
Brennraumform ermöglichen, dass ein Benzin- Luftgemisch in den Brennraum
gelangen kann, sowie verbrannte Gase möglichst schnell und restlos aus dem
Zylinder und Brennraum entfernt werden.
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Brennraum:

Die Form des Brennraums ist sehr wichtig für Gemischbildung und
Verbrennung. Beim Puch Zylinderkopf handelt es sich um halbkugelförmigen
Brennraum mit einem Zündkern etwas außerhalb der Mitte, von dem sich die
Flammenfront in alle Richtungen gleichmäßig ausbreitet. Die Betätigung der Ventile erfolgt über Stößelstangen und Kipphebel.
Zwei dachförmig angeordnete Ventile sorgen für die entsprechende Füllung des
Brennraumes mit Frischgas sowie die Entfernung des verbrannten Gases.
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Ventile:
Die Ventile dienen dazu, um Einen oder mehrere
Kanäle so zu öffnen, dass der Zylinder optimal einem Kraftstoff-Luft-Gemisch versorgt wird und verbranntes Gemisch den
Zylinder möglichst vollständig und mit geringen Verlusten verlässt. In den
übrigen Takten sollen sie den Zylinderraum gegenüber dem Ansaugkanal
abzudichten.

Vom Nocken der Nockenwelle
übertragen Winkelhebel, Stößelstangen und Kipphebel die Kraft auf das Ventil
und öffnen es, bevor der Kolben den unteren Totpunkt (Auslassventil) oder den
oberen Totpunkt (Einlassventil) erreicht. Dadurch werden die Gase so frühzeitig
wie möglich zum Ein- oder Ausströmen angeregt. Eine oder zwei Ventilfedern
schließen das Ventil nach dem Totpunkt. Dadurch können Gase nachströmen.
Der Öffnungsquerschnitt der Einlassseite ist meist größer als der auf der
Auslassseite.
Ein Ventil besteht aus Schaft und Teller. Am Teller ist eine Fase von 45°
eingefräst. Dies passt genau zu seinem Gegenstück, dem Ventilsitz,
der als runder Ring im Zylinderkopf eingeschrumpft ist.
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Nockenwelle
Die Nockenwelle soll die Ventile zum richtigen Zeitpunkt
und in einer genau festgelegten Reihenfolge öffnen und deren Schließen durch
die Ventilfeder ermöglichen. Dabei wird die Nockenwelle von der Kurbelwelle
nicht direkt, sondern über Zwischenräder angetrieben. Für alle Fälle gilt
allerdings ein Übersetzungsverhältnis von 2 : 1. Damit rotiert die Nockenwelle
halb so schnell wie die Kurbelwelle.
Bei einem Puch
Motor findet die OHV Steuerung statt (Over Head Valves (Unten liegende Nockenwelle mit Ventile(n) im
Zylinderkopf (hängende Anordnung)) Dabei ist die Nockenwelle im Motorblock
angeordnet. Die Ventile arbeiten dagegen im Zylinderkopf und werden hängende
Ventile genannt. Die Nockenwelle wirkt über Stößelstangen und Kipphebel
auf die Ventile.

Die Aufgabe darin
besteht, durch frühes Öffnen des Einlassventils
und durch spätes Schließen des Auslassventils
die Füllung des Zylinders mit Kraftstoff-Luft-Gemisch und die Abfuhr der Altgase zu verbessern
oder bewusst zu verringern.
Ventilüberschneidung ist die Summe
der Winkel von dem Öffnen des Einlassventils vor OT und dem Schließen des
Auslassventils nach OT. Wenn der Kolben zwischen dem im 4. Takt (Ausstoßen) und
dem 1. Takt (Ansaugen) auf OT steht, sind beide Ventile offen. Abgas und
Frischgas können ihre Bewegungsenergien austauschen. Dadurch verlässt das
Altgas vollständiger den Zylinder
und das Frischgas füllt ihn besser. Da es sich hier kurzzeitig um einen offenen
Gaswechsel handelt, funktioniert das nur optimal in dem Drehzahlbereich des
höchsten Drehmoments. Je höher die Nenndrehzahl eines Motors, desto größer die
Ventilüberschneidung. Sie kann (bezogen auf die Kurbelwelle)
bei Rennmotoren bis zu 180° betragen.
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Steuerdiagramm:
Das Steuerdiagramm zeigt, wann die
Einlass- und Auslassventile in Grad Kurbelwinkel jeweils öffnen und schließen.
Am Steuerdiagramm
kann man deutlich die Motorcharakteristik erkennen. Bei einem Motor, der bei
relativ geringer Drehzahl sein höchstes Drehmoment
und seine höchste Leistung
erreicht, liegen die Punkte Eö (Einlass öffnet), Es (Einlass schließt), Aö (Auslass
öffnet) und As (Auslass schließt) nahe beim oberen (OT) bzw. unteren Totpunkt
(UT):

Beispiel einer
276° Nockenwelle: Eö 30° v. OT , Es 66° n. OT
Aö
66° v. UT, As 30° n .UT
Bei sehr
sportlichen Motoren oder gar Rennmotoren können deutlich höhere Werte
auftreten. Die Ventile sind länger geöffnet, die Ventilüberschneidung
zwischen Eö und As ist größer.
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Nocke:
Er soll die Ventile zum richtigen Zeitpunkt
um einen definierten Weg öffnen und nach einer vorher exakt festgelegten Zeit
mit einer bestimmten Geschwindigkeit wieder schließen
Normalnocke: 
Sportnocke: 
Nocken steuern ein oder mehrere Ventile. Der Verlauf,
Hub und die Geschwindigkeit der Nocken steuern exakt deren Öffnungszeiten in
Grad Kurbelwinkel und damit das Betriebsverhalten des Motors in den einzelnen
Drehzahlbereichen. Außer bei der Direktsteuerung kann der Ventilhub durch ein
Übersetzungsverhältnis am Kipphebel
noch verändert werden. In der Regel bewirkt die Ventilfeder das Schließen des
Ventils, wenn die Nockenbahn dies zulässt. Hier bilden nur mechanische
Zwangssteuerungen eine Ausnahme. Steile Nocken (2. Bild) werden
stärker beansprucht und ermöglichen früheres, evtl. schnelleres Öffnen und
späteres, evtl. rascheres Schließen.

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Ansaugseite: (Luftfilter, Saugrohr, Vergaser etc.)
Vergaser:
Eigentlich müsste
er 'Zerstäuber' heißen, soll er doch Kraftstoff in feinster Tröpfchenform und
nicht gasförmig mit Luft mischen. Der Vergaser soll für fast alle
Betriebszustände allein durch die Saugwirkung der schnell strömenden Luft ein
günstiges Kraftstoff-Luft-Gemisch erzeugen. Er war über Jahrzehnte das einzige
Gemischbildungssystem im Benzinmotor.

In Verwendung befinden sich Hauptsächlich
Fallstromvergaser (Bild) mit vertikal angeordnetem Lufttrichter durch. Oben
kommt die Luft vom Luftfilter und wird an der Verengung wesentlich
beschleunigt. Dort mündet der Kanal vom Mischrohr (Mitte) und der Hauptdüse
(darunter), die in Kraftstoff eintaucht. Der Stand in dieser Kammer wird durch
die Schwimmer-Regelung relativ konstant gehalten. Hierbei verschließt ein
Nadelventil den Kraftstoff-Zulauf, wenn der Schwimmer ein bestimmtes Niveau
erreicht.
Rechts, links und unterhalb von Mischrohr und Hauptdüse Teile der relativ
aufwändigen Leerlauf-Regelung.
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Saugrohr:
Von entscheidender Bedeutung ist die Länge und Beschaffenheit des
Saugrohres.
Die sogenannte
Schwingrohrlänge beeinflusst in großem Maße die Höhe und den Verlauf des
Drehmoments. Die Schwingrohrlänge wird vom Luftsammler bis zum
Einlassventilteller gemessen. Der Grund für die Bedeutsamkeit liegt in der
Gasdynamik des Gemisches. Der Gasstrom wird entsprechend der Arbeitstakte des
Motors ständig unterbrochen
Kurze Saugrohre verlagern das maximale Drehmoment nach oben
und erhöhen damit die Leistung etwas. Motoren mit langen Saugrohren verlagern das Drehmoment nach unten und
beschneiden die Leistung im oberen Bereich

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Luftfilter:
Der Luftfilter hat
die Aufgabe, dass keine ungefilterte Luft in den Motor zu lassen, sowie auch
das Motoren Ansauggeräusch zu dämpfen.

Bei Rennmotoren
wird hingegen meist die Dämpfungseigenschaft unterschätzt. Ohne Filter sind die
Ansauggeräusche wesentlich besser wahrnehmbar und auch einiges von der
Motormechanik. Ein fahren ohne Luftfilter hat einen hohen Motorverschleiß zur
Folge und ist daher nicht empfohlen.
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Auspuffseite: (Schalldämpfer,Krümmer, ect.)
Die Auspuffseite
muss die verbrannten Gase möglichst rasch und restlos aus dem Zylinder und dem
Brennraum entfernen.
Bei einer Auspuffanlage
ist neben der Geräuschminderung die Abgasentgiftung besonders wichtig. Außerdem
sollen Abgase gefahrlos abgeleitet und das Leistungsvermögen des Motors
möglichst wenig behindert werden.
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Zündung
Die Zündung hat
die Aufgabe, beim Benzinmotor
das Kraftstoff-Luft-Gemisch
in jedem Betriebszustand so zu zünden, dass der Druckanstieg kurz nach OT
erfolgt. Dabei soll sie zwar so früh wie möglich, aber auf keinen Fall zu früh
erfolgen, weil sonst unkontrollierte Selbstzündung (klopfende Verbrennung)
auftritt
Zündzeitpunkt:

Bild 1 Bild 2
Die Bewegung der
Fliehgewichte gegen ihre Federn wird beim Fliehkraftversteller dazu benutzt,
die getriebene Welle bei steigender Drehzahl voreilen zu lassen. (Bild 1)
Ist die Feder vorgespannt, so erfolgt die Bewegung erst ab einer bestimmten
Drehzahl. Mit zwei oder mehreren Federn verschiedener Kennung können diese
Bewegungen auf zwei oder mehrere Drehzahlbereiche verteilt werden

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Fazit
Die kurze
Beschreibung der einzelnen Grundkomponenten eines Puch Motors (was natürlich
auch für alle andere Motoren gültig ist) zeigt, wie komplex das Thema „Motor“
ist.
Durch Veränderung
der einzelnen Komponenten und der vielen Größen ist es möglich, die
Motorcharakteristik und Motorleistung zu beeinflussen.
Nachstehens
eine kurze Einführung in die Welt des Treibstoffes, mit dem wir Puchfahrer
möglicherweise zu Kämpfen haben
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Benzinart
|
MOZ
|
ROZ
|
Spez. Heiz-
wert (kJ/kg)
|
Dichte bei
15°C (g/cm³)
|
|
Normalbenzin
|
82,5
|
91
|
42.700
|
0,745
|
|
Superbenzin
|
85
|
95
|
43.500
|
0,76
|
|
Super Plus
|
88
|
98
|
|
Methanol
|
ab 100
|
|
19.700
|
0,795
|
|
Erdgas
|
140
|
|
|
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Benzin soll im Sommer mit mehr
schwersiedenden Anteilen der Dampfblasenbildung entgegen wirken und geringfügig
mehr Energie enthalten. Im Winter wird durch mehr leichtsiedende Bestandteile
der Kaltstart erleichtert und es gelangen weniger schwersiedende und damit
nicht verbrennende Anteile in das Motoröl. Benzin (Ottokraftstoff) soll früh
sieden, leicht vergasen und dabei trotzdem möglichst zündunwillig sein.
Benzin besteht aus
stärker vernetzten Kohlenwasserstoffen.
Sie werden durch Destillation
von Erdöl gewonnen. Hierbei werden die Inhaltsstoffe nach ihrem Siedepunkt
getrennt. Um ihren Anteil von ca. 30% zu erhöhen, sind besondere Verfahren wie
z.B. das Cracken (Zerkleinern von Großmolekülketten) üblich. Die für Benzin
typische hohe Klopffestigkeit entsteht durch Vernetzung der Molekülketten
(Polymerisation). Wichtige Eigenschaften wie z.B. die Vermeidung von
Verkokungen an Einlassventilen werden durch Additive erreicht.
Die hohe Klopffestigkeit und die damit verbundene Zündunwilligkeit von Benzin
hat mit dem Arbeitsprinzip des Benzinmotors
zu tun. Beim Verdichten darf der bei indirekt einspritzenden Benzinmotoren
schon im Brennraum anwesende Kraftstoff sich keinesfalls selbst entzünden. Erst
zum vom Steuergerät exakt berechneten Zündzeitpunkt soll(en) die Zündkerze(n)
das Gemisch entzünden. Je höher dabei die Verdichtung sein kann, desto besser
sind der Wirkungsgrad und das Leistungsvermögen des Benzinmotors.
Der Flammpunkt ist die Temperatur, bei der entflammbare Dämpfe entstehen. Er
beträgt bei Benzin -20°C, die Zündtemperatur liegt bei 240°C (vgl. dazu Dieselkraftstoff).
Damit gehört Benzin der Gefahrenklasse AI (Flammpunkt unter 21°C) an.
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Wichtig
Benzindämpfe sind unsichtbar,
schwerer als Luft und hoch explosiv.
Siedepunktkurve:

(KFZ-tech.de ,
H.H)

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